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Was ist Cyber-Grooming und was kann ich dagegen tun?


Als „Grooming“ werden generell (sexuelle) Annäherungsversuche von Erwachsenen an Kinder oder Jugendliche bezeichnet. Diese beginnen meist mit dem Erschleichen von Vertrauen und haben sexuelle Belästigung bzw. Missbrauch zum Ziel. Passiert das Ganze im Internet, wird es „Cyber-Grooming“ genannt. Soziale Netzwerke sind natürlich ein idealer Rahmen für Cyber-Grooming, da man hier einfach mit anderen Personen in Kontakt treten kann. Auch fällt es leichter, sich als eine andere (z.B. gleichaltrige) Person auszugeben, als im echten Leben.

Grooming ist eine strafbare Handlung: Seit 1.1.2012 ist der Paragraph über die Anbahnung von Sexualkontakten zu Unmündigen in Kraft (§ 208a StGB), der bereits die Vereinbarung und Vorbereitung eines Treffens mit einer unmündigen Person unter Strafe stellt, wenn diese

  • über Telekommunikation oder ein Computersystem (also z.B. über das Internet) oder
  • auf sonstige Art unter Täuschung der Absicht

mit dem Ziel erfolgt, diese Person zu vergewaltigen, sexuell zu missbrauchen bzw. zu nötigen oder pornographisches Material herzustellen (z.B. Nacktfotos bzw. -videos zu machen). Die Strafe dafür liegt bei bis zu zwei Jahren Freiheitsentzug.

Wann solltest du also vorsichtig sein?

  • Zunächst ist es gut, auf deine Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Netzwerken zu achten! Gib im Netz keine privaten Informationen (Adresse, Telefonnummer etc.) preis bzw. achte darauf, welche Bilder du ins Netz stellst und dass deine Bilder auch wirklich nur von jenen Freunden gesehen werden können, denen du sie wirklich zeigen möchtest.
  • Natürlich kann man im Internet nette Menschen kennenlernen. Wenn dich aber eine Person, die du nicht kennst, im Netz nach einem Treffen fragt, gehe beim ersten Mal nicht alleine hin (nimm eine/n Freund/in oder eine andere Vertrauensperson mit) und mache das Treffen an einem öffentlichen Ort aus, an dem viele andere Menschen um euch herum sind (z.B. Einkaufszentrum, größeres Kino etc.). Bestehe darauf, auch wenn die Person gleich alt ist wie du – wenn der- oder diejenige das ablehnt, solltest du besser kein Treffen ausmachen. Er könnte sich auch nur als gleichaltrig ausgeben!
  • Wenn jemand ganz offen zugibt, viel älter als du zu sein, dir in sozialen Netzwerken schmeichelt, z.B. aufgrund deiner Bilder („du siehst süß/nett aus“), und dich treffen oder freizügige Bilder von dir möchte, lass die Finger davon!

Was, wenn schon etwas passiert ist?

  • Dir muss nichts peinlich sein! Sprich mit einem Elternteil oder einer anderen erwachsenen Vertrauensperson über das, was passiert ist. Lass dich auch nicht einschüchtern, wenn der Täter dich erpressen möchte, beispielsweise mit Fotos, die du ihm vl. schon geschickt hast. Der einzige, der etwas falsch gemacht hat und Angst haben muss, ist der Täter selbst!
  • Blockiere und melde die Person in sozialen Netzwerken. Warne deine Freund/innen vor diesem Profil.
  • Falls eindeutige Nachrichten oder Fotos verschickt wurden, lösche diese WhatsApp, SMS oder Chatverläufe nicht – sie könnten wichtige Beweise sein.
  • Solltest du bei einem persönlichen Treffen in eine unangenehme Situation kommen, mache der Person laut  und deutlich klar, dass du das nicht möchtest und mache Menschen um dich herum auf dich aufmerksam.

 

Hilfe und ein offenes Ohr findest zu zum Beispiel bei:

Quelle und weitere Informationen: Saferinternet.at


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