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Sind Fragen nach Familienplanung, Schwangerschaft oder Abtreibung berechtigte Fragen bei einem Einstellungsgespräch?


Viele Menschen, vor allem Frauen, kennen dieses Problem: bei einem Bewerbungsgespräch scheint alles gut zu laufen. Die Zeugnisse, Lebenslauf und Empfehlungen – die Chancen die gewünschte Stelle zu ergattern stehen gut. Doch dann kommt die Frage nach der Familienplanung. Der/die FirmenleiterIn erkundigt sich nach einem etwaigen Kinderwunsch.

Dies kann von Bedeutung sein um auszuloten in wie weit zukünftig damit gerechnet werden kann, dass der/die BewerberIn voll einsatzfähig ist. Immerhin würde eine Schwangerschaft u.U. Karenz bedeuten und demzufolge fehlende Dienstzeiten.

Ist es legitim dass sich der/die DienstgeberIn nach solch privaten Angelegenheiten erkundigt?

Tatsache ist dass Fragen nach Schwangerschaft, Familienplanung und Abtreibung unzulässig sind: sie berühren nämlich die Intimsphäre. Wird man nun trotzdem danach gefragt und aufgrund der Antwort in der Berücksichtigung auf die Stelle benachteiligt, handelt es sich um Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Diese wiederum sind in Österreich im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes verboten. Man kann hierbei auch Schadensersatz beanspruchen.

Gibt es private Fragen die der/die DienstgeberIn stellen darf?
In der Tat gibt es Ausnahmen. Vorstrafen zum Beispiel. Ist es der Fall dass eine bestehende Vorstrafe die Anstellung für den/die DienstgeberIn unzumutbar macht, da dies mit der ausgeschriebenen Stelle nicht vereinbar ist – etwa wenn jemand der sich bei einer Bank bewirbt, wirtschaftskriminell vorbestraft ist – , ist es gestattet danach zu fragen. Der/die BewerberIn ist in so einem Fall verpflichtet wahrheitsgetreu zu antworten.

Weitere Informationen unter:

Stand 27.11.2010


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