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Wie Palmöl der Sklaverei in die Hände spielt


Sklaverei ist heutzutage in allen Ländern offiziell verboten. Trotzdem gibt es noch viele Menschen, die unter gesetzeswidrigen Umständen arbeiten müssen.

Um sicherzustellen, dass jede Person auf menschenwürdige Art und Weise leben kann, wurde 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet. Diese umfasst 30 Grundrechte, die jede Person haben sollte. Der vierte Artikel lautet: «Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel sind in allen Formen verboten.» Heute ist Sklaverei in allen Ländern der Welt offiziell untersagt. Doch der Schein trügt, da es immer noch viele Formen der modernen Sklaverei gibt. Besonders in der Landwirtschaft ist die Ausbeutung von Menschen gang und gäbe. Speziell auf Palmölplantagen kommt es oftmals zu Verstößen gegen diverse Menschenrechte.

Federführend im Anbau von Ölpalmen sind derzeit Indonesien und Malaysia. Auf Millionen Hektaren werden Palmen kultiviert, um Öl zu gewinnen. Dieses wird dann für Lebensmittel, Treibstoff oder Tierfutter verwendet. Um Platz für die Ölpalmen zu schaffen, werden Wälder gerodet oder niedergebrannt, Tiere ihres Habitats beraubt und die Umwelt massiv geschädigt. Den Arbeitern, die die Plantagen bewirtschaften, werden jegliche Menschenrechte genommen.

“So billig wie möglich” lautet das Motto vieler Konzerne, wenn es um den Anbau von Palmöl geht. Um die Grundrechte ihrer Angestellten kümmern sie sich eher selten. Niedriglöhne, unfaire Arbeitszeiten und Zwangsarbeit bestimmen den Alltag der Menschen, die die Plantagen bestellen. Einige bekommen gar kein Gehalt für ihre Arbeit, sondern lediglich eine minimalistische Verpflegung. Anstelle von Geld häufen viele Plantagenarbeiter Schulden an, da sie selbst für Medikamente oder ihre Unterkunft aufkommen müssen.

Die Arbeit in der Landwirtschaft ist hart. Auf den Palmölplantagen findet man aber nicht nur Männer, sondern auch viele Frauen und Kinder. Gerade wenn junge Menschen unter diesem Umständen arbeiten müssen, werden viele Artikel der Erklärung der Menschenrechte verletzt – beispielsweise Artikel 26, der besagt, dass jeder das Recht auf Bildung hat. Ein anderes Problem ist das Herbizid Paraquat. Dieses Unkrautbekämpfungsmittel ist in vielen Ländern verboten. Da es für Menschen toxisch ist, sollte Paraquat – wenn überhaupt – nur mit entsprechender Schutzkleidung versprüht werden. Das interessiert in Schwellen- oder Entwicklungsländern allerdings niemanden. Tag ein und Tag aus versprühen Plantagenarbeiter das Mittel, das durch seine toxische Wirkung bis zum Tod führen kann. Und wofür? Damit wir alle dann in den Geschäften palmölhaltige Schokolade, Butter oder Lippenstifte kaufen können, für deren Herstellung jegliche Menschenrechte mit Füßen getreten wurden.

Vielen großen Konzernen – unter anderem Kellog’s oder Nestlé – ist Profit wichtiger als Menschenwürde. Sie beuten ihre Arbeiter aus, unterstützen Kinderarbeit und setzen sich über viele Artikel der Erklärung der Menschenrechte hinweg. In Österreich gibt es keine Palmölplantagen. Das bedeutet aber nicht, dass wir die Augen vor dem verschließen dürfen, was in vielen anderen Ländern vor sich geht: Ausbeutung, Zwangsarbeit und Sklaverei. Mit unserem Kaufverhalten unterstützen wir indirekt die Palmölindustrie.

Quellen

Palmöl vernichtet Regenwald – Was Sie JETZT wissen sollten (regenwald-schuetzen.org)

Palmöl-Skandal: Weltmarken profitieren von Kinder- und Zwangsarbeit — amnesty.ch

Kämpfer gegen das Leid der Palmölsklaven | Wirtschaft (fr.de)

Palmöl – Umweltdrama Palmöl (greenpeace.at)

Nicht die Guten: Nestlé, das Palmöl und der RSPO | WWF Blog

Palmöl: einer der wichtigsten Rohstoffe der Welt (wwf.de)

 


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