Kenne Deine Rechte

Denn die Zukunft beginnt mit dem heutigen Tag.


Kinder. Kinder sind unsere Zukunft. Doch so lange junge Menschen noch unter 18 sind, liegt es an uns Erwachsenen, sie zu schützen. Unsere ZUKUNFT zu schützen. Am 20. November ist der internationale Tag der Kinderrechte. An diesem Tag gedenkt man der UN-Kinderrechtskonvention. Seit fünf Jahren wird in der Steiermark die KinderrechteWoche veranstaltet.  Dieses Mal in abgeänderter Form, doch das Thema der heurigen Woche – Chancengleichheit – ist relevanter denn je.

Im Jahr 1989 haben Vertreter:innen der UNO – nach zehnjähriger Arbeit – die UN-Kinderrechtskonvention beschlossen. Sie soll die ganz eigenen Bedürfnisse und Interessen der Kinder betonen. Laut UNICEF gilt „diese Konvention für alle Kinder weltweit – ganz gleich, wo sie leben, welche Hautfarbe oder Religion sie haben und ob sie Mädchen oder Junge sind. Denn alle Kinder haben eines gemeinsam: Sie brauchen besonderen Schutz und Fürsorge, um sich gesund zu entwickeln und voll zu entfalten. Ihnen genau diesen Schutz zu geben, darum geht es in der Kinderrechtskonvention.“[1] Doch wer ist per Definition eigentlich alles ein Kind? Nach Artikel 1 der Konvention ist „ein Kind jeder Mensch, der das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, soweit die Volljährigkeit nach dem auf das Kind anzuwendenden Recht nicht früher eintritt.“

Die steirische KinderrechteWoche

Die steirische KinderrechteWoche[2] wird dieses Jahr bereits zum fünften Mal von der Kinder- und Jugendanwaltschaft Steiermark[3] in Kooperation mit dem Menschenrechtsbeirat der Stadt Graz[4], Kenne deine Rechte, beteiligung.st[5] und dem Kinderbüro[6] veranstaltet. Doch durch die aktuelle Covid-19-Situation, konnte leider nichts so wie geplant ablaufen… Aber warum zelebriert man Kinderrechte überhaupt in solch einem Ausmaß?

Kinderrechte sichtbar machen

Durch die Steirische KinderrechteWoche  wird einerseits versucht, die Gesellschaft für Kinderrechte zu begeistern und andererseits Kindern und Jugendlichen die notwendigen Informationen über ihre Rechte zu vermitteln sowie ihnen die Ermutigung mitzugeben, diese auch einzufordern. Denn genau aus diesem Grund bekamen Kinder ihre eigene Konvention: Sie haben das Recht IHRE Rechte auch einzufordern! Zu ihren Rechten zählen unter anderem das Recht auf gewaltfreie Erziehung (Artikel 19), das Recht auf Spiel und Freizeit (Artikel 31) und das Recht auf Schutz im Krieg und auf der Flucht (Art. 38).

Kinderrechte und Covid-19

Nicht nur Veranstaltungen, wie die KinderrechteWoche werden durch Covid-19 beeinflusst. Besonders durch die Situation gefährdet sind Kinderrechte, daher ist es jetzt umso wichtiger, dass die Thematik um Kinderrechte in den Vordergrund gerückt werden.

Der Zugang zur Schulbildung wurde und wird weiterhin durch Covid-19 extrem erschwert und lässt die Kluft zwischen Arm und Reich noch größer werden. Auf einmal hängt die Bildung junger Menschen davon ab, ob sie sich die technischen Hilfsmittel leisten können oder nicht. Schulbildung sollte definitiv nicht von den vorhandenen finanziellen Ressourcen abhängen; Kinder und junge Menschen sollten sich grundsätzlich doch vor allem aber nicht neben der Angst in einer Pandemie auch noch um Geldprobleme sorgen müssen.

Aufgrund der Lockdowns müssen viele Familien nun auch auf engem oder gar engstem Raum ihren Alltag gemeinsam meistern. Differenzen oder familiäre Schwierigkeiten, die sonst durch ein bisschen „Freiraum“ abgeflacht oder gelöst werden konnten, haben nun haben nun kaum die Möglichkeit, deeskaliert zu werden. Viele Kinder werden zudem auch Opfer von häuslicher Gewalt.[7] All jene, die zwar nicht direkt Opfer von häuslicher Gewalt sind, sind oftmals der erhöhten Gefahr ausgesetzt, lange  inkeiner Wohlfühl-Umgebung ausharren zu müssen. Kindern und Jugendlichen ist es definitiv nicht zuzumuten, sich selbst aus solchen Situationen herausholen zu müssen.

Rechtliche Grundlage?

Vor allem die Bereiche Gewaltschutz und Bildung werden durch die Kinderrechtekonvention abgedeckt. Daher ist es in schwierigen Zeiten besonders wichtig, diese Rechte auch einzufordern und auf sie aufmerksam zu machen. Artikel 19 der Konvention regelt den Schutz vor Gewalt. Solch ein Schutz ist also dermaßen wichtig, dass man ihn nochmals – neben strafrechtlichen Bestimmungen wie Körperverletzungen – in eine extra Konvention schreibt.

Artikel 28 umfasst das Recht auf Bildung und sieht Maßnahmen vor, um die Verwirklichung dieses Rechts auf der Grundlage der Chancengleichheit fortschreitend zu erreichen.

Kinderrecht rund um die Uhr 365 Tage im Jahr

Kinderrechte sind in jedem erdenklichen Bereich verankert und niedergeschrieben. Dennoch werden sie im öffentlichen Diskurs oft wenig oder gar nicht erwähnt. Es ist wichtig, dass wir selbst in so einer Pandemie und auch abseits der steirischen KinderrechteWoche weiterhin sichtbar und hörbar für Kinderrechte eintreten und ein Umfeld schaffen, in dem Kinder und Jugendliche ermutigt werden, sich selbst für ihre Rechte stark zu machen!

Denn die Zukunft beginnt mit dem heutigen Tag!

Quellen

https://www.unicef.de/informieren/ueber-uns/fuer-kinderrechte/un-kinderrechtskonvention

https://www.kija.steiermark.at/cms/ziel/152601635/DE/

https://awblog.at/corona-pandemie-haeusliche-gewalt-geht-uns-alle-an/

https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/viele-kinder-opfer-haeuslicher-gewalt-waehrend-lockdown-90126064

https://religion.orf.at/v3/stories/3002373/

https://ooe.orf.at/stories/3057749/


[1] https://www.unicef.de/informieren/ueber-uns/fuer-kinderrechte/un-kinderrechtskonvention

[2] https://www.kija.steiermark.at/cms/ziel/152601635/DE/

[3] https://www.kija.at/

[4] https://www.graz.at/cms/beitrag/10153819/7771489/
Menschenrechtsbeirat_in_Graz.html

[5] https://www.beteiligung.st/

[6] https://kinderbuero.at/

[7] https://awblog.at/corona-pandemie-haeusliche-gewalt-geht-uns-alle-an/
https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/viele-kinder-opfer-haeuslicher-gewalt-waehrend-lockdown-90126064
https://religion.orf.at/v3/stories/3002373/
https://ooe.orf.at/stories/3057749


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