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Letzte Woche wurde in Deutschland die Änderung des Paragrafen 219a besprochen, welcher verbietet, öffentlich für einen Schwangerschaftsabbruch zu werben bzw
. darüber zu informieren
. Doch wie sieht die Situation in Österreich aus? Und wieso ist das Thema immer noch so ein Tabuthema?

Jährlich werden etwa 30.000 Schwangerschafts- abbrüche durchgeführt

In Österreich ist es bis zur 12. Schwangerschaftswoche straffrei gestellt, eine Abtreibung durchführen zu lassen. Allerdings ist es im Falle einer körperlichen Erkrankung bzw. genetischen Veränderung wie zb. Trisomie 21 erlaubt, bis kurz vor der Geburt abzutreiben. Trotzdem ist es nicht immer einfach, an Informationen zu kommen, denn nicht alle GynäkologInnen führen auch einen Schwangerschaftsabbruch durch. Frauen sind deshalb oft auf sich allein gestellt. Im Vergleich zu Deutschland gibt es auch keine Wartezeit von drei Tagen zwischen dem Beratungsgespräch und der Durchführung des Abbruchs. Die Krankenkasse übernimmt keine Kosten, das heißt, dass die Kosten, welche meist zwischen 350-800€ liegen, selbst getragen werden müssen. Ein großes Problem ist, dass Ordinationen, welche Schwangerschaftsabbrüche durchführen, vor allem in größeren Städten angesiedelt sind.

Die gesellschaftliche Meinung ist sehr gespalten. Die Bürgerinitiative #fairändern, welche bereits von fast 60.000 Menschen (Stand:13.02.2019) unterschrieben wurde, darunter Persönlichkeiten wie Verkehrsminister Norbert Hofer, Nationalratsabgeordneter Norbert Sieber und Kardinal Christoph Schönborn, fordert eine Bedenkzeit und die Abschaffung der „eugenischen Indikation“.  Allerdings ist die Entscheidung, ein Kind mit einer schweren körperlichen Erkrankung, welches möglicherweise nur ein paar Tage leben wird, zu bekommen oder einen Abbruch durzuführen und dem Kind mögliches Leiden zu ersparen moralisch sehr schwierig zu treffen. Ein solches Verbot würde die zwei Meinungen noch weiter auseinanderbringen.  Das Frauenvolksbegehren fordert die Kostenübernahme durch die Krankenkasse und mehr Möglichkeiten zur Selbstbestimmung. Die Forderung nach Angebot und Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen in allen öffentlichen Kliniken würde den Umgang damit enorm erleichtern.

AbtreibungsgegnerInnen protestieren oft vor Kliniken und versuchen, Frauen an ihren Vorhaben zu verhindern. Das Hinweisen auf Alternativen ist stets wichtig, doch wenn das bedeutet, eine Frauen zu beeinflussen, läuft das auf das Gegenteil von Selbstbestimmung hinaus.

Ein Schwangerschaftsabbruch geht meist mit einer gut überlegten Entscheidung einher und Motive sollten nicht verurteilt werden, denn die verschiedenen Faktoren sind immer individuell. Eine Bedenkzeit in Österreich einzuführen, wie es in eben in Deutschland der Fall ist, erscheint als eine mögliche Lösung für die Thematik.


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