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Peace Peers – Ein Mediationsprojekt für Schüler*innen


Zwei Jahre lang besuchte ich eine Ausbildung zu den Peace Peers an der Klusemann-Schule in Graz. Die Peace Peers sind eine Gruppe von SchülerInnen, die in Konfliktsituationen helfen. Wenn sich zum Beispiel  zwei Leute streiten, helfen wir ihnen, ihren Streit zu lösen. Oder wenn jemand gemobbt wird.

Die eigentliche Ausbildung dauert ein Jahr und in diesem Jahr lernt man, einen Mediationsprozess zu gestalten. Dieser Prozess besteht aus 5 Phasen.

In der Phase 1, der Begrüßungsphase, erklärt man den Medianten, was eine Mediation ist und erklärt, dass die volle Mitarbeit der Medianten nötig ist. Nur dann wird die Mediation fortgeführt.

In der 2. Phase, der Konfliktdarstellungsphase, bitten wir die Medianten, den Konflikt aus ihrer Sicht zu schildern, um uns ein klares Bild des Konflikts zu verschaffen. Um sich dieses klare Bild zu verschaffen, werden die W-Fragen gestellt, wobei “Warum?” nicht gefragt wird, weil wir in dieser Phase erst mal die Fakten zu dieser Situation brauchen.

In der Phase 3, der Konflikterhellungsphase, geht es darum, die Hintergründe herauszubekommen. Jetzt wird die Frage “Warum?” gestellt. Auch auf Gefühle wird geachtet. Man versucht, den Medianten gegenseitig klar zu machen, warum die andere Person so gehandelt hat. Erst wenn den Mediaten klar ist, warum der/die andere so gehandelt hat, ist die Phase abgeschlossen.

In der Phase 4, der Lösungssuche, geht es darum, gemeinsam eine Lösung zu finden, um mit der Situation umzugehen. Dabei ist es wichtig, dass die Medianten die Lösung finden und nicht wir. Für die Lösungssuche gibt es mehrere Möglichkeiten

. Zum Beispiel Brainstorming, bei dem man jede Lösung sagt, die einem dazu einfällt, egal ob sie umsetzbar ist. Danach schaut man sich noch mal alles durch, mistet aus was relevant ist und was nicht und kommt so auf die Lösung. Eine andere Möglichkeit ist „Zwei Wünsche und drei Angebote“. Hier bekommen die Medianten jeweils 5 Kärtchen, auf die sie zwei Wünsche und drei Angebote an die andere Person schreiben. Diese werden vorgelesen und geschaut, ob sie übereinstimmen und wie das umsetzbar ist.

In der Phase 5 wird ein Formular ausgefüllt, in dem festgelegt wird, was die Lösung ist. Dann wird ein Termin ausgemacht, bei dem man sich noch mal trifft, um zu schauen, ob die vereinbarte Lösung eingehalten wird.

Eine Mediation kann unterschiedlich lange dauern. Meistens findet eine Stunde statt und eine Woche später noch eine weitere Stunde. Eventuell ist dann noch eine weitere Stunde notwendig. Im Unterschied zu einer Moderation sind bei einer Mediation immer zwei MediatorInnen und zwei Medianten dabei.

Ich habe in den letzten zwei Jahren an der Ausbildung teilgenommen. Im ersten Jahr haben wir als Gruppe die 5 Phasen gelernt, im 2. Jahr haben wir Rollenspiele gespielt, um sicherer zu werden. Mir persönlich hat die Ausbildung viel gebracht, weil ich jetzt im Alltag mit Konfliktsituationen besser umgehen kann.


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