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Ein Funken Hoffnung in der dunklen Nacht


Wie ein kleines Licht der Hoffnung scheint es, wenn die Freiwilligen nachts durch Cork City gehen und Obdachlose mit Notwendigkeiten wie Essen, Trinken, Schlafsäcken und vielem mehr versorgen
. Die Housing Problems in Irland brachten viele Menschen gezwungenermaßen auf die Straße. Die Sorge, der/die Nächste zu sein, ist in vielen Familien und bei Einzelpersonen ständiger Begleiter im Alltag, denn die Mietpreise steigen weiter an.

Mietpreise in Irland sind oftmals auch für Vollzeitbeschäftigte der Mittelschicht nicht leicht finanzierbar. Derzeit liegen die durchschnittlichen Preise für die Miete eines Apartments mit einem Schlafzimmer bei € 1.010, und die Zahl steigt stetig an. Viele sind gezwungen, ihr Zuhause aufzugeben, sie werden in die Obdachlosigkeit gedrängt. Das neue Zuhause ist für einige erstmal ein Hotel, B&B oder eigene Hostels für Obdachlose. Andere leben im Auto, in Zelten oder auf der Straße. Im Juli 2018 lag die Zahl der Obdachlosen bei 9.891 Menschen, davon sind 3.867 Kinder und Jugendliche. Im Vergleich zu Jänner 2015 ist die Zahl der Wohnsitzlosen um 153% gestiegen.

Hilfe, Hoffnung und Geborgenheit

Personen wie Peter McVerry oder Finbarr Spillane versuchen Obdachlosen zu helfen, für sie zu kämpfen und sie zu unterstützen. Der „Homeless Drive“ in Carrigaline wurde beispielsweise von Finbarr Spillane ins Leben gerufen. Samstagnachts ziehen Freiwillige durch die Straßen von Cork City und versuchen, den Obdachlosen zu helfen. Sie geben den Leuten heiße Getränke, Essen, Schlafsäcke, Kleidung, Hygieneartikel und haben ein offenes Ohr für ihre Situation und Geschichten. Viele Menschen spenden Geld, Nahrungsmittel oder andere Dinge des täglichen Lebens an den Homeless Drive, wo diese gesammelt und in der Nacht von Samstag auf Sonntag von den Freiwilligen in Cork City an die Obdachlosen verteilt werden. Die Freiwilligen, eine Gruppe von zehn bis 15 Personen, sind meist bis in die frühen Morgenstunden unterwegs und unterstützen die Obdachlosen tatkräftig, hören ihnen zu, reden mit ihnen, geben ihnen einen Funken Hoffnung und Optimismus, holen sie für ein paar Stunden aus ihrer Einsamkeit und geben ihnen soziale Wärme und Geborgenheit.

Erschütternd ist vor allem die große Anzahl an jungen Menschen, die oftmals kein Zuhause haben
. Die Gründe für die Obdachlosigkeit sind unterschiedlich – manche verloren ihren Job und nach und nach Familie sowie Haus, andere lebten unter schwierigen Familienverhältnissen und wurden von ihren Eltern vor die Tür gesetzt, aber auch Drogen und Alkohol sind Gründe für das Leben auf der Straße.

Peter McVerry rief den Peter McVerry Trust ins Leben, um speziell jungen Menschen aus der Obdachlosigkeit zu helfen. Er eröffnete ein Hostel für wohnsitzlose Kinder und Jugendliche. Das Serviceangebot seiner Organisation wurde erweitert und bietet heute den Obdachlosen sowie Menschen mit einer unsicheren Unterkunft Unterstützung an. Das Hilfsangebot reicht von Drogenbehandlung, über Obdachlosen Service, bis hin zu unterstützender Hilfe bei der Miete.

Die genannten Organisationen und Hilfsgruppen sind nur einige von vielen, die über ganz Irland verteilt versuchen, das Leid der Obdachlosen vor Ort zu mindern und sie zu unterstützen, wo es nur geht. Angesicht der sich immer stärker verschärfenden Problematik aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Probleme und ihre Ursachen können nur politisch angegangen und gelöst werden. Solange der Entwicklung der Mietpreise nicht gegengesteuert wird, steigt die Angst immer weiter und trifft immer mehr Schichten in Irland, die sich Sorgen um ihre Existenz und ihre Familie machen und im schlimmsten Fall in die Obdachlosigkeit gedrängt werden.

So aussichtslos vielen Obdachlosen ihre Situation auch scheint, so ist für sie die Samstagnacht zumindest alle Wochen wieder ein kleiner Funken Hoffnung. Durch die seelische, als auch körperliche Verpflegung und Versorgung werden die Obdachlosen gestärkt und bekommen Hoffnung und Kraft für die kommende Woche.


Quellen und Links

Cork Simon

Evening Echo

Peter McVerry Trust 

The Guardian

Irish Times

 


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