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Die wohl bekannteste Zeugin des Holocaust


Ich hatte die Ehre, die vergangene Woche in der wunderschönen niederländischen Hauptstadt Amsterdam zu verbringen und natürlich habe ich auch das berühmte Hinterhaus in der Prinsengracht besichtigt. Diese Besichtigung hinterließ in mir einen bleibenden Eindruck, weshalb ich mich dazu entschieden habe, euch die berühmteste Bewohnerin dieses Hinterhauses vorzustellen – Anne Frank.

Annelies Marie Frank wurde am 12. Juni 1929 in Frankfurt geboren. Sie ist die zweite Tochter von Otto Heinrich Frank und Edith Frank-Holländer. Anne wuchs in einer religiös gemischten Gesellschaft auf. Die Franks waren Reformjuden, was heißt, dass sie das jüdische Brauchtum bewahrten, selbst aber wenige Gebräuche pflegten. Bis zu der judenfeindlichen Politik der Nationalsozialisten in Deutschland hatten Anne und ihre Familie die Möglichkeit, ein unbeschwertes Leben zu führen. Annes Vater Otto war sehr um die Bildung seiner Töchter bemüht und er animierte sie zum Lesen.

Die Zeit in Amsterdam

Annes Vater Otto arbeitete in der Lebensmittelindustrie und entschied sich, wenige Wochen nach Hitlers Machtergreifung in Deutschland im Jahr 1933, mit seiner Familie nach Amsterdam zu flüchten. Familie Frank bezog ein Haus im sogenannten „Flussviertel“. In dieser Zeit ließen sich viele jüdische Familien aus Deutschland in diesem Stadtteil nieder, weil sie sich dort sicherer fühlten als in Deutschland. So war es für Anne wieder möglich, ein relativ normales Leben zu führen. Sie besuchte die Montessori-Schule in Niersstraat. Anne brillierte vor allem im Fach Deutsch und ihr großer Traum war es, Schriftstellerin zu werden.

Am 10. Mai 1940 wurden nun auch die Niederlande von der Wehrmacht angegriffen und besetzt. Mehr und mehr wurden die Juden vom sozialen Leben ausgeschlossen und Anne musste sogar auf eine jüdische Schule wechseln.

Am 12. Juni 1942 bekam Anne zum 13. Geburtstag ein rot-weiß kariertes Tagebuch
. Noch am selben Tag begann sie in niederländischer Sprache darin zu schreiben. Das war der Beginn einer großen Geschichte, denn das Tagebuch der Anne Frank ist eines der wichtigsten Dokumente aus der Zeit des Holocaust.

Am 6. Juli 1942 flohen die Franks schlussendlich ins sogenannte „Hinterhaus“ in der Prinsengracht. 263 Tage später folgte dann die Familie van Pels und schlussendlich noch der Zahnarzt Fritz Pfeffer
. Sie lebten auf 50 m² und durften sich nach außen hin nicht wahrnehmen lassen. Die „Versteckten“ hofften, dass sie nach einigen Wochen wieder aus dem Versteck fliehen könnten, doch diese Hoffnungen verpufften schnell. Die Angestellten von Otto Frank versorgten sie mit den notwendigsten Lebensmitteln und so konnten sie überleben.

Am Morgen des 4. August 1944 wurden die BewohnerInnen des Verstecks gefasst und in Konzentrationslager gebracht. Anne, Margot und Edith Frank wurden in Block 29 des Frauenlagers Birkenau untergebracht. Ihnen wurden die Haare abrasiert und eine Nummer eintätowiert. Tagsüber mussten die Frauen schwere Arbeiten verrichten und am Abend mussten sie auf Bahren frieren. Später kamen Anne und ihre Schwester nach Bergen-Belsen.

Anne starb im Februar 1945, wahrscheinlich an Fleckfieber, und verlor somit den Kampf um die Freiheit.


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