Kenne Deine Rechte

Zu Besuch im „Hauptquartier der Bettlermafia“


Ein Lokalaugenschein im VinziNest

Eine niedrige grüne Metalltür gegenüber der Kirche Sankt Andrä. Daneben ein unscheinbares Schild: „VINZI NEST“.

Ich klingle, automatischer Summer, Tür geht auf
. Ich stehe in einem kleinen Innenhof und werde durch ein Fenster in die „Rezeption“ gewunken. Gustav Eisner, Leiter des Vinzi Nests, führt mich herum. Zuerst zeigt er mir den Schlafsaal. Ein länglicher Raum mit Stockbetten für ca. 70 Menschen, dahinter sanitäre Einrichtungen, die von den Bettler/innen selbst sauber gehalten werden.

Herr Eisner erklärt, dass die meisten von ihnen zwei Wochen in Graz bleiben und betteln. Dann haben sie genug Geld gesammelt, um die Heimreise zu finanzieren und ihre Familien für zwei Wochen ernähren zu können
.

Der Leiter des Vinzi Nests führt mich weiter in den Speisesaal, wo einmal am Tag eine warme Mahlzeit ausgegeben wird. Dort sitzt eine Gruppe Slowaken und wärmt sich auf. Kochgerüche, gedämpfte Gespräche.

Ich frage ihn, ob zurzeit ein/e Bettler/in anwesend sei, der/die Deutsch spricht. Herr Eisner fragt einen Rom, ob er Interesse habe, ein Interview mit mir zu führen. Ohne zu zögern kommt dieser mit. Und siehe da, er spricht nicht nur gut Deutsch, sondern hat auch Matura und gibt vorbehaltlos Einblicke in sein Leben als Bettler. Er erzählt mir von seiner Familie, den Zuständen in der Slowakei und wie er die Grazer/innen sieht.

Fazit: Wer Angst vor den großen Unbekannten hat, sollte sich vielleicht einfach einmal die Mühe machen, sie kennen zu lernen.

Weiterführende Informationen und Links:

Medienberichterstattung:

 


Das könnte dich auch interessieren